Max & seine Untertanen
Max & seine Untertanen

Geschichten, die das Leben schrieb...

Hier werde ich von Zeit zu Zeit kleine Geschichten aus unserem Leben veröffentlichen.

Berni Berni bei seiner ernsthaften Arbeit
 

Ich habe ja auch einen Facebookaccount und schreibe dort jeden Tag einen Spruch an meine Chronik. Das schon seit Jahren und nach Möglichkeit ohne mich zu Wiederholen. Ausnahmen gibt es nur bei Urlaub oder Krankheit. Um meine Bemühungen in dieser Hinsicht mal darzustellen, habe ich einen Reim dazu entworfen und auch an meine Chronik gepinnt. Viele fanden das recht gut und witzig und so möchte ich auch denen, die mich nicht von Facebook kennen, mein großes Werk nicht vorenthalten. Es gehört ja auch zu den Geschichten, die das Leben schrieb.

 

Bernis Ängste und Mühen... 

Jeden Tag zur Mittagszeit,
macht der Berni sich bereit.
Holt den großen Kaffeepott
und macht den Computer flott
wählt sich ein ins Internet
bei Facebook rein, denn da ist`s nett.
Erst mal schau`n was dort so steht,
Ob`s den Freunden gut noch geht.
Hier und da `nen Kommentar
weil die Notiz so wichtig war.
Dort gelobt und hier gemeckert,
...scheiße mit Kaffee gekleckert...
aber völlig unverdrossen
wird der Rest dann noch genossen.
Und so geht es ohne Pause,
liest von Wiko und Herrn Krause
dort ein Rätsel, da `ne Frage
ja, Berni bleibt der Herr der Lage.
Leider ist dies nicht für lange
und dem Berni wird schon bange
denn er will auf seine Art
einen Spruch nun ganz apart
an seine Chronik hier gleich tickern,
um den Leuten zu verklickern
wie die Welt sich heute dreht
was hoffentlich noch nirgends steht.
Was hat er früher mal gehört
woran man sich auch bloß nicht stört,
hat er gelesen irgendwas
ein kleiner Witz oder ein Spaß,
der anderen auch noch Freude bringt
mal seh`n ob es auch heut` gelingt.
Ihr könnt mir`s glauben, leicht ist`s nicht
denn man steht später vor Gericht.
Die Freunde zetern oder lachen
ein Jedem es hier recht zu machen,
ist einfach nicht so wirklich leicht,
doch wenn es für die Mehrheit reicht
dann ist er froh und schmunzelt heiter
am nächsten Tag geht es dann weiter.
Der Berni hat sich Müh`gegeben
drum laßt ihn bitte auch am Leben
und wenn es mal daneben war
seid nicht zu bös im Kommentar,
versucht es besser dann zu machen
und bringt die Leute selbst zum Lachen...

Das Mandarinenbäumchen

 

Im Januar 2013 habe ich einen Mandarinenkern in einen Blumentopf gesetzt um zu sehen, ob und was daraus wird. Obwohl Peggy skeptisch war, keimte der Kern recht schnell und wuchs auch sehr gut. Das Bäumchen verzweigte sich schön, sah gut aus und war mein ganzer Stolz. Ende 2014 dann die Katastrophe, die Blätter wurden braun und fielen nach und nach alle ab. Ich habe natürlich sofort Tante Google konsultiert und nach Allem geschaut, was auch nur im Entferntesten mit Mandarinen zu tun hat. Ich weiß jetzt wahrscheinlich mehr über Mandarinen, als sie selbst.  

Mandarinenbäumchen schnurren nicht, wedeln nicht mit dem Schwanz oder geben Pfötchen aber sie wachsen einen trotzdem ans Herz. Zumindest meiner mir und ich fällte den Entschluß, die Mandarine darf nicht sterben. Alle Ratschläge von Google musste das arme Bäumchen nun über sich ergehen lassen, geholfen hat allerdings nichts. Die Zweige blieben kahl und vertrockneten immer mehr, so das ich sie beschnitt und alles was schwarz oder krank aussah, kam weg. Der Baum dankte es mir mit gleichgültigen Nichtstun und verkümmerte weiter vor sich hin.  

 

Nun, ein Berni gibt nicht so schnell auf und Stursein konnte ich auch. Mir fiel ein, dass man ja mit Pflanzen reden sollte also begann ich den Tag jetzt immer mit einem netten Gespräch über Gott und die Welt. Baum blieb davon unberührt und welkte weiter. Da kam mir die Erleuchtung, die Mandarine war ja in einem Netz aus Marokko, der Kerl verstand mich ja gar nicht. Extra `ne Fremdsprache lernen und das in meinem Alter? Nee, der Baum ist ja noch jung und wird, wie die Jugend heutzutage nunmal ist, lieber mit der modernen Art der Unterhaltung vorlieb nehmen. Ich richtete ihm also eine e-mail-Adresse ein und schreibe nun jeden Tag eine Mail. Die kann er zwar auch nicht lesen aber Google wird ihm das schon übersetzen. Heute, nach einer Woche leidenschaftlicher Korrespondenz mit dem Baum, kann ich sagen, dass wir uns gut verstehen. Er ist zwar ziemlich schreibfaul, genauer gesagt, er hat noch nie geantwortet aber hält sich scheinbar an das Sprichwort:" Laßt Blumen sprechen."  

Er hat jedenfalls zwei kleine aber wunderbar grüne Blättchen gebildet, die er mir morgens immer stolz entgegenreckt. Ich bin natürlich auch stolz und bin sogar am Überlegen, ob ich ihm eine Partnerin suchen soll. Das er männlich ist, ist für mich ganz klar, so stur und schreibfaul sind nur Männer.

Ich werde weiter über unsere Partnerschaft berichten und Euch kundtun, egal ob es Euch interessiert oder nicht, denn ich habe festgestellt, das Schreiben gefällt mir...

 

 

Das Mandarinenbäumchen Teil 2

Mandi, so nenn ich ihn, gibt mir weiterhin Rätsel auf. Ist er nun ernsthaft krank oder  ist er nur ein Simulant? In den letzten Tagen tendierte ich zu Letzteren. Zwei Tage nach meinem letzten Bericht, lies er die zwei Blättchen, die mein ganzer Stolz waren, einfach fallen und stand völlig nackt da. Ein schöner Anblick war das nicht gerade, ich zeigte es Peggy und wir überlegten ob wir ihn nicht erlösen sollten. Bei seinem mickrigen Wuchs war er eigentlich zu nichts mehr zu gebrauchen und wir entschlossen uns schweren Herzens das Bäumchen über den Hausmüll zu entsorgen. Das besprachen wir ungeniert in seinem Beisein denn ich war ja der Meinung, er versteht uns dank seinem Migrationshintergrund, eh nicht. Da es schon spät war, beschloß ich mich am nächsten Tag darum zu kümmern und unser Marokkaner hatte Gelegenheit, noch mal eine Nacht in sich zu gehen und nach Alternativen Ausschau zu halten. Allzuviele hatte er allerdings nicht, denn ich wollte keinen kahlen Ast im Blumentopf und widmete meine Zeit lieber einem zarten Pflänzchen aus der gleichen Familie, die ich extra für ihn gesäät hatte und an seiner Seite stellte. Soll Sie doch eine neue Familie Gründen und ich werde sie so gut ich kann unterstützen.

 

Am nächsten Morgen kam ich also unternehmungslustig ins Zimmer an die Fensterbank und wollte mir den Burschen greifen. Ich dachte ich seh nicht richtig, der Kerl war zwar immer noch unanständig Nackt aber hatte überall am Stämmchen grüne Punkte. Anders konnte man es nicht nennen denn es waren wirklich nur Punkte, die man höchstens mit sehr viel Fantasie als Triebe bezeichnen konnte.

 

Nun, ich habe viel Fantasie und hatte ein unbeschreibliches Glücksgefühl im Bauchbereich. Das sah zwar komisch aus, so völlig Nackt, mit grünen Punkten und ein paar Stacheln von denen ich erst durch meinen marokkanischen Freund wußte, dass sie zu einem Mandarinenbäumchen gehörten.

 

"Er lebt" entfuhr es mir... So ein Halunke, von Wegen nicht verstehen, er verstand sehr wohl, was um und über ihn geredet wurde und mir fiel ein, dass ein Landsmann von ihm, der mal mein Kollege war, ein ähnliches Schlitzohr war, je nachdem worum es ging, kam entweder ein "nicht verstehn" oder er sprach ein fast perfektes Deutsch.

Genau so einer war scheinbar auch das Bäumchen, er hatte das Gespräch vom Vortag scheinbar sehr wohl verstanden und gemerkt, dass es ihm jetzt wohl an die Borke gehen sollte. Man weiß es ja nicht, vielleicht ist es für so ein Bäumchen ja viel einfacher so ohne Alles dazustehen und sich um nichts zu kümmern, weder Blätter, Knospen oder gar Früchte tragen zu müssen, trotzdem versorgt zu werden, einfach nur so rumstehen und es sich Gutgehen lassen. Ich war jedenfalls angenehm überrascht und beschloß ihm eine letzte Chance zu geben und nahm den Mülleimer wieder mit in die Küche.

Jetzt, einige Tage später sieht es so aus als wenn er sich besonnen hat, was die Aufgabe eines Mandarinenbäumchens ist oder es war nur die Nähe zur kleinen Mandarinin, die neben ihm zu einer kleinen Schönheit heranwächst, jedenfalls hat er überall neue Triebe. Ich werde sehen, wie es mit uns weitergeht. Schreiben tue ich ihm jedenfalls nicht mehr, sage ihm aber regelmäßig meine Meinung und habe ihn umgedreht.

 

Er weiß, Sie ist da aber er sieht sie nicht. Strafe muss sein...

 
 

Das Mandarinenbäumchen Teil 3

 

Mein marokkanischer Freund und Mitbewohner fühlt sich sichtlich Wohl und die Integration scheint sehr gut zu laufen. Es stört ihn jedenfalls nicht, dass er jeden morgen vom Geläute der nahe gelegenen Kirche geweckt wird. Im Gegenteil, im Gegensatz zu mir, scheint es ihm sogar zu gefallen denn er reckt seine Blätter genau in Kirchenrichtung. Auch sonst hat er sich ziemlich gut eingewöhnt und scheint auch seine Sprachkenntnisse erweitert zu haben. Meine täglichen Ansprachen, er möge doch ordentlich wachsen und sich auf keinen Fall mehr so unanständig Nackt zeigen, scheinen jedenfalls verstanden worden zu sein. Er sieht richtig gut aus und auch sein Benehmen und die Achtung für das weibliche Geschlecht, hat abendländische Ausmaße angenommen.

 

Seine Freundin im Nebentopf wächst und gedeiht jedenfalls prächtig in seiner Gegenwart.

 

Sie scheint aber aus einer hochgewachsenen Familie zu stammen denn sie ist trotz ihres zarten Alters doch schon fast genauso groß wie er. Während er, dank meiner guten Pflege, doch etwas in die Breite gegangen ist, was ihm übrigens gut steht, ist sie doch mehr eine schlanke, hochaufgeschossene Persönlichkeit. Mit ihren großen Blättern ist sie ein richtiger "Hingucker" und ich bin jetzt schon sehr gespannt, was sich aus der Verbindung dieser zwei Musterexemplare für Früchtchen entwickeln werden denn das dies eine fruchtbare Verbindung ist, steht für mich außer Frage.

 

Wenn es denn einmal soweit sein sollte, werde ich natürlich darüber berichten und auch Bilder des Familienglücks einstellen.

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Neu begonnen am 14.06.2016

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Max & seine Untertanen © by Bernd Gollin