Max & seine Untertanen
Max & seine Untertanen

Warum Ellinghausen? Teil 2

 

Von Berlin nach Ellinghausen, zwei Großstädter auf dem Lande. Teil 2

Wir machten bei Ausfahrten von verschiedenen Kutsch- und Reitvereinen mit, wurden von anderen Vereinen, wie dem Hundeverein oder den Dorffrauen für Ausfahrten gebucht und hatten dabei viel Spaß. Es endete ja oft in einem Grillfest mit gutem Essen und jeder Menge zu trinken. Letzteres brachte neben viel Spaß an der Freude auch das Problem mit sich, dass wir von manchen Festen nicht mehr mit Kutsche die Heimfahrt antreten konnten.

So wurde öfter mal bei Torsten angerufen, damit er uns abholt und Pferd und Kutsche blieben dort. Die Tiere waren dabei immer gut versorgt und wir brauchten deswegen kein schlechtes Gewissen zu haben, nur Torsten war immer der Dumme. Er musste uns von mehr oder weniger guten Festen abholen, durfte selbst nichts trinken und konnte sehen, wie er uns einigermaßen schnell ins Auto bekam denn wir mussten ja hier noch „Tschüß“ sagen und dort noch einen „Abschiedstrunk“ nehmen . Es war also bei Leibe keine einfache Aufgabe für ihn und er tut mir heute noch leid.

Mit Jan und der Kutsche hatte ich viel Spaß und das hatte ich auch bitter nötig denn zu der Zeit ging es mir wirklich schlecht. Das rechte Bein wollte nicht zusammenwachsen und so kam der Nagel raus und dafür ein „Druckplattenfixateur“ rein. Das waren mehrere Platten und noch mehr Schrauben, dazu wurden aus dem Beckenkamm Knochenspäne entnommen, die dann zwischen die Bruchstelle gesetzt wurden und das Zusammenwachsen beschleunigen sollten. Das klappte dann auch ganz gut und das Metall wurde ein Jahr später wieder entfernt. Dafür machte sich der Rücken immer mehr bemerkbar und ich konnte mich kaum noch bewegen. Obwohl mir das Fachwerk ja voll in den Rücken gefallen war, man konnte sogar die römischen Ziffern auf meinen Rücken erkennen, erkannte die BG das nicht als Folge des Arbeitsunfall an weil ich ja inzwischen auch nicht mehr der Jüngste war und es folglich auch altersbedingte Beschwerden sein konnten. Wer hat schon Röntgenbilder von seinem gesunden Rücken? Ich nicht also konnte ich auch nicht beweisen, dass es sich um Folgen des Unfalles handelte. Das machte mir schon ganz schön zu schaffen, zum Glück hatte ich eine private Unfallversicherung, die das auch anders als die BG sah und recht großzügig war. Wenigstens finanziell waren wir damit ganz gut aus dem Schneider. 

 

Inzwischen hatten wir festgestellt, dass es auch Untermieter bei uns gab. Durch diverse Öffnungen für die Heizungsrohre kamen besonders zum Beginn der kalten Jahreszeit Mäuse in die Wohnung. Da das Haus von Feldern umgeben war, war dies auch nicht sehr verwunderlich und mit Mausefallen rückten wir ihnen zu Leibe. Das klappte auch ganz gut, Peggy war aber der Meinung eine Katze muss her und obwohl mir klar war, dass eine Katze nur wenig Chancen hat eine Maus in der Wohnung zu fangen, gab ich dem Wunsch nach und besorgte mit Hilfe von Torsten einen jungen Kater.

Die Handvoll Kater gefiel mir auf Anhieb, während er selbst noch nicht so richtig überzeugt war. So schnell wie ich ihn in die mitgebrachte Tasche verstaute war er auch wieder draußen. Mit Hilfe der Tochter der Hofbesitzerin, wo er damals seine Heimat hatte und einer Portion Leckerlies, gelang es aber schnell den Kleinen wieder einzufangen. Die kurze Nachhausefahrt verlief ruhig und ich bekam ihn auch schadlos in die Wohnung. Dort öffnete ich die Tasche im Bad weil dort sein Katzenklo stand und ich dachte es wäre nicht verkehrt ihn damit gleich vertraut zu machen. Das wiederum interessierte ihn überhaupt nicht. Die Tasche ging auf, er kam raus und wie ein Blitz schoss er durch die leider nicht richtig verschlossene Badezimmertür. Von dort ins Wohnzimmer über die Fensterbank, auf die Couch und ab ins Computerzimmer. Dort machte er einen Riesensatz auf n Kühlschrank, von dort auf die dortige Fensterbank und wieder zurück ins Wohnzimmer.

Dort saß er nun in der Ecke neben dem Wohnzimmerschrank und harrte der Dinge die noch kommen würden. Ich verfolgte seine Spur, die nicht zu übersehen war denn bei seinen Sprüngen über die Fensterbänke, räumte er natürlich diverse Blumentöpfe ab, die zum größten Teil auch zu Bruch gingen. Ich stellte ihn Fürsorglich erst mal etwas zum Trinken und den Futternapf mit Leckerlies hin, lies ihn ansonsten aber in der Ecke sitzen denn jede Annäherung wurde sofort mit einem kräftigen Fauchen bedacht, wobei ich nicht wusste ob ich lachen oder weinen sollte. Das gefährliche Fauchen von der Handvoll Katze reizte zum Lachen aber die Verwüstung der Wohnung doch eher zum Weinen. Ich räumte also erst mal auf und begab mich in die Küche um das Essen für Peggy zuzubereiten, die ja arbeiten war und von ihrem Glück noch gar nichts wusste. Peggy kam von Arbeit, ging wie immer erst mal ins Bad und sah dort das Katzenklo und die Futternäpfe und ging daraufhin erst mal auf Suche zu dem dazugehörigen Tier. Das hatte inzwischen seine Stellung gewechselt und saß zwischen Peggys Couch und dem Tisch und begrüßte sie mit einem Knurren, was jedem Löwen gut gestanden hätte. Peggy ließ sich allerdings nicht sehr beeindrucken, sie griff sich das kleine Ungetüm, nahm ihn auf den Schoß und streichelte ihn, was ein Geräusch hervorrief, das ich nie vergessen werde. Der kleine Kerl fauchte, knurrte und schnurrte und zwar alles zusammen, es hörte sich sehr sonderbar an. Peggy lies aber nicht locker und er beruhigte sich allmählich, beschloss das das Ganze doch gar nicht so schlecht war und stellte die Geräuschkulisse um auf ein ruhiges aber lautes Schnurren. Peggy kraulte weiter und redete mit ihm, wobei er auch gleich seinen Namen bekam. Max zog bei uns ein und übernahm schon bald das Regiment in der Wohnung. Das wussten wir zu diesen Zeitpunkt aber noch nicht…

 

wird auf der nächsten Seite fortgesetzt...bgollin 

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Neu begonnen am 14.06.2016

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Max & seine Untertanen © by Bernd Gollin